Entspannen auf langen Runden

von Frank Kämmerling

Bernd Klisch sitzt gemütlich in seinem Garten und genießt den lauen Sommerabend. Der 55-jährige Mendener wirkt entspannt. Und er hat jede Menge zu erzählen. Zum Beispiel vom Golfen. Und vom Handball. Jenem Sport, mit dem über Jahrzehnte verbunden ist und der ihn immer noch in den Bann zieht.
„Ist doch klar“, sagt er mit einem unterstreichenden Lächeln. „Das lässt einen nicht los. Wie auch? Schließlich hat man das ewig gespielt.“ Bernd Klisch, der am 29. April natürlich in der Walram-Halle war und den Drittliga-Aufstieg der SG Menden Sauerland miterlebte, blickt auf nunmehr 49 Handball-Jahre zurück. Und er berichtet, dass er einst als Sechsjähriger beim SV Menden angefangen und seitdem alle Altersstufen bis zu den Senioren durchlaufen habe.
Die Erinnerung an heiße Handball-Kämpfe ist noch frisch. An Einsätze im Rückraum des SVM, mit dem er einige große Erfolge feiern durfte und dabei etliche Blessuren davon tragen musste. „Das waren schon wilde Zeiten, allerdings waren es auch schöne Zeiten“, sagt er und überlegt, wann er seine letzte Partie als Aktiver bestritten hat. „Da war ich wohl so Mitte 30, gegen TG Voerde habe ich das letzte Mal Handball gespielt.“
 
Trainer und Schiedsrichter
Es folgte der Einstieg ins Trainergeschäft. „Ich habe unsere Erste übernommen – damals hatte sich der Verein gerade von Herbert Rogge getrennt“, so Klisch. In der damaligen Landesliga-Mannschaft spielten Akteure wie Ralf Jost, Thomas Kesper oder Felix Zenka, der ja in der zurückliegenden Saison noch beim Verbandsligisten TV Halingen aktiv war, sich dann aber vom aktiven Handball-Geschehen zurückgezogen hat.
Klisch war auch als Schiedsrichter unterwegs. „Alles parallel zum Trainerjob.“ Zehn lange Jahre pfiff er Spiele bis einschließlich Oberliga und war hauptsächlich an Wochenenden eingeteilt, wie es die Spielpläne nun einmal verlangen.
Und nun Golf!
„Ich mache jetzt das schon seit rund 15 Jahren, und das bereitet mir große Freude.“ Zwar sind auch hier viele Wochenenden mit Turnierteilnahmen oder Ligaspielen verplant, aber für Bernd Klisch hat dieser Aufwand eine andere Qualität. „Eigentlich ist das ja kein Stress – im Gegenteil“, macht er deutlich, dass er die langen Runden auf dem Golfplatz schätzen gelernt hat. „Dabei kann man so richtig schön entspannen und abschalten – ein toller Ausgleich zum Alltag.“
Wenn man bedenkt, dass ein Golfer für eine 18-Loch-Runde einige Stunden braucht und dabei bis zu zehn und mehr Kilometer zurücklegt, kann man gut nachvollziehen, wie sehr Golfer von ihrem Sport ergriffen sind. „Der Vorteil dabei ist, dass man etwas für sich tut. Man bewegt sich, man ist an der frischen Luft – einfach nur herrlich“, schwärmt Klisch.
 
Infiziert von Bernhard Langer
Damals, als Bernhard Langer Ende der 80-er Jahre zum ersten Mal die US-Open gewonnen hat, sei der Hönnestädter infiziert worden. „Das habe ich live im Fernsehen gesehen, dafür bin ich extra aufgestanden.“ Seitdem begeistert sich Klisch für das Golfen – zunächst als passiver TV-Konsument, später als aktiver Sportler. „Zu jener Zeit sind viele Leute wegen Boris Becker zum Tennis gekommen – bei mir war es eben Bernhard Langer.“
Es sollte jedoch noch eine Weile dauern, bis tatsächlich der Einstieg gelang. „Vor ungefähr 15 Jahren verbrachten wir unseren Familienurlaub im Bayrischen Wald, und in der Nachbarschaft gab es einen Golfplatz – da habe ich montags einfach mal vorbei geschaut“, berichtet Klisch von einem spontanen Schnuppertraining – und von einer Prüfung, die er dann freitags abgelegen konnte. „Das geschah alles heimlich – meine liebe Frau Brigitte durfte nichts davon erfahren.“
 
Treff mit heimischen Sportlern
Das hat sie dann doch, und sie war mit der neuen Passion ihres Bernd zunächst gar nicht einverstanden. Inzwischen ist Brigitte Klisch selbst begeisterte Golferin. Und sie weiß es wie ihr Mann zu schätzen, dass man beim GC Unna-Fröndenberg viele Protagonisten aus der heimischen Sportlerszene trifft. So ist Werner Siepmann, einst Vorsitzender des BSV Menden, seit einigen Monaten Vereinspräsident, der Lendringser Frank Kämmerling engagiert sich als Pressewart. Oder Ex-Fußballer wie Dirk Hesse oder Wolfgang Schunck teilen die Leidenschaft von Bernd Klisch – der gern über Golf spricht und davon auch einiges zu erzählen weiß.
 
Golf spielen mit einem Handball?
„Ja, das geht“, sagt Bernd Klisch und wartet nicht lange mit einem Versuch.
 
Bernd Klisch ist als wurfgewaltiger Handballer des SV Menden noch in guter Erinnerung.
Die Spielzene aus dem Jahr 1986 zeigt den Hönnestädter in bester Spiellaune.

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