4. Spieltag

Die Kür auf der anderen Straßenseite!
 
Nach der starken Pflicht beim Heimspiel mussten wir nun die Kür beim Nachbarn des GC Gut Neuenhof meistern. Die Voraussetzungen waren gut. 26 Grad, Sonne und wirklich faire Platzverhältnisse! Doch eine Sache machte vor dem Spieltag große Sorgen! Der Captain war nicht an Bord! Warum? Nun ja, weil er seinem Team zu 100% vertrauen kann!

Ich startete gut gelaunt in meine Runde. Was soll ich berichten? 83 Schläge später hatte ich mich um 3 Schläge unterspielt und eine richtig gute Runde ohne wirkliche Tiefpunkte hingelegt. Dazu noch einen hervorragenden Flight erwischt und das Weizen erwartete mich in voller Vorfreude! Mit dem Gang auf die Clubterrasse sah ich unsere beiden AK 50 Veteranen Thilo und Volker. Thilo strahlte wie ein Honigkuchenpferd und brachte erneut eine ganz starke 86 nach Hause. Dieser Haudegen ist einfach ein Uhrwerk! Volker hingegen schaute etwas unzufriedener. Eine 13 auf der 7 hat ihm leider einen Strich durch sein sonst so solides Eisenspiel gemacht und so musste er sich mit einer 94 zufrieden geben. Neben Volker erspähte ich dann auch direkt Dirk, der in seiner ruhigen und besonnenen Art die Zahl 87 zum Besten gab. Saubere Leistung, er ist wieder da!

Das Warten begann. Die Zwischenstände vom Nachbarn aus Gut Neuenhof ließen hoffen. Dann war es soweit, die Sonnenbrille die der Terrasse immer näher kam erkannte ich doch direkt. Thomas schlich auf leisen Sohlen Richtung Tisch. Nach einem kurzen Richten der Sonnenbrille und einem leichten Abwinken stammelte er, anscheinend noch leicht benommen vom Vorabend, 89! Alles gut, unter 90! Sollten wir unseren kleinen Vorsprung zum Nachbarn wirklich noch ausbauen können? Gefühlte Stunden später kämpfte sich abschließend Andreas zu unserer Sitzecke. Völlig abgekämpft und anscheinend dehydriert (keine Ahnung wie viele Löcher er wirklich gegangen ist) brachte er mit einer 85 den zweitbesten Teamscore nach Hause! Unfassbar, alle gewerteten Spieler unter 90, ein Novum!!! Und zudem noch ein Streicher der sich unterspielt hat. Unglaubliche Mannschaftsstärke!!!
 
Die Getränke ließen wir uns schmecken als es bei der Siegerehrung hieß GCUF Tageszweiter, in der Gesamtwertung weitere Schläge auf Gut Neuenhof gutgemacht, Schlaggleich mit dem Dritten aus Bochum und nur 10 Schläge hinter dem Zweiten aus Gevelsberg. Golfrange wie immer erster, die wird wohl niemand mehr holen!
Ich fasse den Spieltag mal so zusammen...

AUSWÄRTSSIEG!!!!!!!

Bis zum letzten spannenden Spieltag in Gevelsberg,
euer Björn!
"Good fight, good night!"

3. Spieltag

Heimspiel. Stärke zeigen auf dem heimischen Geläuf.

Es war angerichtet, alles niedergemäht, trockenes Terrain. Rough gab es nur an den Stellen, wo man sowieso nicht liegen wollte und das Wetter zeigte sich von seiner sonnigen Seite. Da wir seit zwei Wochen die rote Laterne mit uns rum schleppten, wurde es Zeit, die Gunst der Stunde zu nutzen. Der kurzfristige Ausfall von Andreas wurde spontan von Thilo aufgefangen, ein erfahrener Ligaspieler, immer zugegen. So standen die Chancen nicht schlecht heute mal was zu reißen. Wir starteten von der 10. Die Stimmung im Flight war gut, unser Platz wurde über den Klee gelobt. Ich hatte gute Abschläge, war auf bogey Kurs, weil der Par Putt einfach nicht fallen wollte. So liefen meine ersten neun recht unspektakulär, mal abgesehen von einem an slice nicht zu übertreffenden Driver Abschlag auf der 16 direkt in den Wald.  Als wir auf die 1 kamen, mussten wir das erste Mal warten. Zeit genug um sich noch einmal zu motivieren, die zweiten neun besser zu spielen. Als der Vorflight uns durchspielen ließ, kam mir Christoph entgegen. Hatte er etwas im Sekretariat vergessen? Wie sich rausstellte, durfte er seinen 5. Ball ins Spiel bringen, die Laune war dementsprechend. Aufmunternde Worte meinerseits wurden im Keim erstickt, der Schlägerverkauf nach der heutigen Runde wurde angekündigt. Was war mit der 81 los? Was ist da passiert. Konnte ich nicht rausfinden, musste ja durchspielen. Und diesmal flog dann auch ein Großteil der Bälle, die Platzkenntnis kam mir des Öfteren zugute. Letztendlich brachte ich eine 90 auf die Terrasse. Auf unseren Abstiegskonkurrenten aus Gut Neuenhof machte ich 12 Schläge gut. Das Kaltgetränk mundete, das Buffet war köstlich. Dann kam Christoph vom letzten Grün. Er ging schnurstracks ins Sekretariat. Sah nicht gut aus. Er konnte keine Score nennen, obwohl er ja eigentlich an der Quelle sitzt. Sechs Aus- oder nicht zu findende Bälle und zwei zehnen, mehr konnte Christoph über seine Runde nicht berichten. Die 81 schwatzte irgendwas von Karriereende, wahrscheinlich war er nicht ganz bei Sinnen. Er spielte eine 102. Am letzten Spieltag ist er wieder im Kader, ob er will oder nicht. Dann kam Björn zur Terrasse, seine Mimik versprach nichts Gutes. Ziemlich stickum gab er eine 91 an. In Anbetracht der bisher reingekommenen Ergebnissen, konnte Björn schnell überzeugt werden, dass das heute doch recht solide war. Das Hefeteilchen schmeckte weiterhin. Pawelle spielte eine 93, die Erwartungen wurden erfüllt, ordentliche Leistung für sein diesjähriges Ligadebut. Eine knappe 90 reichte uns, um auf Neuenhof weiter Schläge gut zu machen. Thomas sprach von 5 Ausbällen und schrecklichen ersten neun Loch, brachte aber eine 94 rein. Zum gleichen Zeitpunkt wurden auch andere Ergebnisse von den Neuenhofern bekannt, die konnten auf einmal auch knapp 90 spielen. Durften die das? Also brauchten wir noch ein vernünftiges Ergebnis. Thilo war am letzten Grün zu sehen. Mit zwei Schlägen aus dem Bunker und noch zwei Putts verließ er die Bahn.  Sein Gesichtsausdruck ließ Böses erahnen. Thilo ließ schnell die Maske fallen, 86 Schläge standen zu Buche, mein lieber Scholli, da hat er heute einen rausgehauen. Im Ligaspiel ne Unterspielung zu meistern, Hut ab. Dafür haben wir ihn ja auch schließlich verpflichtet. Wenn auch sehr kurzfristig.  Wir wurden heute Tageszweiter, gaben ein sehr gutes Bild ab. Normal. Die Truppe ließ den Tag beim wohlverdienten Bierchen ausklingen, wir haben den letzten Platz verlassen, die rote Laterne steht jetzt auf der anderen Straßenseite. Ein Schlag Vorsprung, wir müssten eigentlich mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Dummerweise spielen wir in einer Woche gegenüber. Es wird Zeit Golfgeschichte zu schreiben. Die Range hat übrigens den Tagessieg erspielt. Nichts Neues, ich weiß...

Bis dahin

Marc Hollmann

2. Spieltag

Der Bochumer Golfclub war Neuland für uns. Vorspielen sei zwingend notwendig, tuschelte man auf der Terrasse unseres Clubs. Schieflagen hier und Bäume aufm Fairway da. Also wurde vorgespielt. Der Platz zeigte sich in einem hervorragenden Zustand, die Grüns hatten ordentlich Foffo. Vor allem auf den zweiten neun Loch warteten einige enge Wege zum Grün. Da sollte man lieber gerade bleiben. Zum Glück durften wir auf eben diesen starten. Am Spieltag war auf der Range eine leichte Anspannung zu spüren. Alle wussten, dass Bochum tricky sein konnte. Die zwei Flights, die vor mir gestartet sind, brachten nicht nur einen provisorischen Ball ins Spiel. Die Pumpe ging also an Abschlag 10. Mein erster Ball flog mit einer passablen Geschwindigkeit in ein Gebiet, was sowohl aus vielleicht noch drin, als auch aus könnte auch dick im Aus sein bestand. Der zweite Schlag bestach durch eine 1:1 Kopie des ersten. Wahnsinn wie konstant ich spielen kann.  Nur leider viel zu weit links. Uneinsehbar. Beim dritten Schlag musste ich also was ändern. Natürlich nicht den Schläger, der Driver läuft ja momentan. Den dritten spielte ich dann provisorisch direkt in den Wald. Unfindbar. Weil der Driver jetzt auf Temperatur war und förmlich glühte, schoss ich den 4. Ball, also der 7. an diesem Loch, direkt vors Grün. Das konnte noch einstellig werden. Zum Glück ließ sich der erste Ball finden. Also nen Pitch, dran geputtet, eingelocht, Par. Nie gefährdet. Was für ein Schwein. Der Rest der Runde lief mal so mal so, lag aber immer irgendwie im Soll. Ein Doppelpar auf Loch 14 blieb der einzige Aussetzer, eine 86 stand zu Buche. Handicap gespielt. Mehr als zufrieden ging es zum kühlen Blonden auf die Terrasse.

Björn spielte eine 92, war unentschlossen ob er zufrieden sein konnte, zu viele Dreiputts erzeugten einen faden Beigeschmack für das grundsolide Ergebnis. Dirk war auch schon auf der Terrasse und faselte irgendwas was von einer 19. 19?19? Was sollte mir das sagen, brauchte er etwa nur 19 Putts auf der gesamten Runde? Oder hat er 19 drüber gespielt? Nein, Dirk spielte eine 19 an einem einzigen Loch. Er versuchte es zu erklären, aber ich verlor immer wieder den Faden in dem Knäuel seiner vielzähligen Versuche das Loch zu beenden. 105. Dirk nahm es mit Humor und freute sich darüber die Mannschaftskasse klingeln zu lassen. Ingo zeigte in seinem ersten Ligaspiel gleich seine Klasse und lieferte eine 96 ab. Mehr als souverän für sein Debüt, vor allem weil er den Druck spürte, den ein Ligaspiel hergibt. Andreas konnte keine Ergebnisse verkünden, zu beschäftigt schien er mit sich selbst, konnte das Ganze noch nicht verarbeiten. Was ist da passiert? Eine glatte 100 überraschte dann schon am Tisch. Becker liefert doch sonst immer. Auch hier war ein zweistelliges Loch verantwortlich für die, sonst doch so solide, Score. Wasser, Wasser, Parkplatz, Grün. Mehr sagte Andreas nicht.  Thomas wollte sich bei diesen ganzen hohen Hausnummer nicht zurücknehmen und reihte sich liebend gern ein. Kann sein, dass unsere Mannschaftsfahrt dieses Mal in die Karibik geht. Thomas spielte das einzige Birdie unserer Mannschaft, aber das half unserer Platzierung leider nicht mehr. Der letzte Platz wurde heute für uns reserviert. Bochum spielte sich vom letzten auf den zweiten Platz, gewonnen haben die Jungs von der Golfrange, die liegen jetzt 78 Schläge vor uns. Den Aufstieg können wir wahrscheinlich abschreiben. Mission Klassenerhalt wird jetzt gestartet. Das ist auch zwingend notwendig, denn wir haben jetzt in der Tabelle 13 Schläge Rückstand auf den vorletzten Platz, unseren Nachbarn von gegenüber. Zum Glück kommt jetzt unserer Heimspiel. Wird Zeit, dass sich was dreht...

Bis in zwei Wochen
Marc Hollmann

1. Spieltag

Da war er nun, der erste Spieltag. Eigentlich ja der zweite, aber es gibt ja nur 5 Teams in der ach so gefürchteten Gruppe F. Man munkelt, mehrere Mannschaften hätten sich im Vorfeld versetzen lassen, um nicht in dieser Todesgruppe gegen den Abstieg zu spielen. Wir nicht! Im Gegenteil, der Blick ging eher nach oben. Der Wille war da als Überraschungsmannschaft fett aufzutrumpfen. Die Golfrange aus Dortmund bot sich da schon sehr für uns an, bekanntes Terrain, vergleichbar mit unserem Kurzspielplatz. Da Christoph und ich die einzigen waren, die aus dem wahnsinnig großen Pool von Ak30 2 Spielern übrig geblieben sind, mussten die Kapitäne der AK50  ihre Drähte heiß laufen lassen, um uns mit ambitionierten, aus Erfahrung strotzenden Golfern auszuhelfen. Reibungslos fanden sich vier tapfere Gesellen, die dem Druck der Gruppe F gewachsen waren. Es passte auch soeben mit der Handicapgrenze von 90, wir hatten 89. Wie es sich für einen Captain gehört, checkte ich die Gemütslage der Truppe im Vorfeld auf der Range, Bernie traf ich auf der Terrasse. Ein Kaffee stimmte ihn auf Abschlag 1 ein. Der Wind, der dort herrschte war nicht von schlechten Eltern. Das konnte ja was werden. Ich startete souverän, wie es sich für den Kapitän der 30 2 gehört, mit einem ganz passabel gespielten Holz 5 ins Spiel. Fühlte sich gut an endlich im Ligaalltag angekommen zu sein. Endlich ist die Saison, endlich kann man über sich hinauswachsen. Schlappe 100 Meter bis zum Stock und das erste Birdie könnte notiert werden. Beim dritten provisorischen Ball beschloss der Flight gemeinsam, dass einer der wunderbar gespielten Bälle schon vor der Ausgrenze zu finden sei. Mir wurde ein wenig mulmig.                                                                                                        

Aber tatsächlich, unter einem Baum mit tief hängenden Ästen lag der erste Ball. Nicht im Aus, alles gut. Par war noch locker drin. Was dann kam, weiß ich nicht mehr, aber die 7 war notiert. Großartiges Gefühl mit einem Tripplebogey zu starten. Die nachfolgenden Löcher der ersten Runde waren eher schlecht als recht. Da wurde der Platz auf einmal doch sehr hinterlistig. Eigenes Unvermögen setzen dem Ganzen noch die Krone auf. Aber hey, ein Doppelpar spielt man auch nicht alle Tage. Haben die Ranger eigentlich absichtlichen Fallen auf dem Platz installiert? Die Abschläge waren so eng gesteckt, dass ich meinen Bauch einziehen musste, um zwischen den gelben Pflöcken Platz zu finden. Die Vorgrüns waren so sehr gewässert, dass jegliches Bemühen, den Ball irgendwie vorher zum Rollen zu bringen, scheiterte. Stellenweise habe ich meine Anglerhose anziehen müssen um durch eine Mondlandschaft aus platt getretenen Kratern zu chippen. Keine Ahnung was da los war. Aber schön grün war es und die Sonne schien auch. Dies soll natürlich keine Ausrede sein, wie die fabelhafte 44 zu Stande gekommen ist, aber ... ach egal. Die zweiten 9 verliefen dann deutlich besser, abgerundet mit einem Chip in zum Birdie auf der 18. 82 Schläge standen zu Buche. Was ham die Jungs gemacht? Die Terrasse war gut gefüllt, Bernie saß wieder auf dem Platz auf dem ich ihn vor der Runde begrüßte. War er überhaupt spielen? Möglich war heute alles. Er war nicht unzufrieden mit seiner 86, denn er wusste ja bereits was die Sportsmänner aus den anderen Clubs so reingebracht haben. Der Professor war leider nicht mehr zu sehen, sollte aber auch irgendwas um die 89 gespielt haben. Heiko, der heute übrigens auf der Range sein Ligadebüt gab, hob sogar noch die Qualität der Grüns hervor. So viele Dreiputts wie heute haben wir schon lange nicht mehr geschossen. Da waren wir uns einig. Heikos 93 war ein gelungene Eröffnung mit Luft nach oben. Guido musste mit 94 den Streicher machen, ließ aber im Blick auf die Bruttoplatzierung (fast) einstellige Handicapper hinter sich. Also warteten alle gespannt auf die 81. Wenn er noch mal so richtig einen raushaute, war noch alles möglich. Die Spannung auf der Terrasse konnte nicht größer sein, als Christoph sein Ergebnis mitteilte. Ein Schlag besser als auf der, in  den Geschichtsbüchern des Golfsports verewigten, gespielten Runde in Dreibäumen. Eine 80. der Wahnsinn! Nur leider eben nicht auf der Range. Unterm Strich haben wir herausgefunden, dass bei uns allen noch Luft nach oben ist und das Ergebnis konnte sich für unsere Aufstellung mehr als sehen lassen. Satte zwei Schläge Vorsprung zur roten Laterne aus Bochum und nur 5 Schläge Rückstand zum zweitplatzierten, den Nachbarn von der anderen Straßenseite. Die Golfrange ist Tabellenführer mit satten 30 Schlägen Vorsprung zum zweiten.  Also alles noch drin. In Bochum wartet die nächste Aufgabe auf uns. Am zweiten Spieltag wird dann wieder von oben gegrüßt. Vielen Dank noch einmal an alle Ü 50 Spieler, die heute unsere Mannschaft so bereichert haben, bis demnächst...

 

Marc Hollmann (Captain)